Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bestätigte letzte Woche das der Medizinstudiengang an der Universität Lübeck doch erhalten bleibt. Anette Schavan von der CDU erlässt dem Bundesland Schleswig-Holstein jährlich 12 Millionen Euro. Die Einsparungen sollen nun der Universität zu Gute kommen. Die Landesregierung wollte in ihrem Sparpaket mehrere Millionen Euro einsparen und den Medizinstudiengang in Lübeck einstellen um sich auf die Kieler Universität konzentrieren zu können. Nun scheinen sich die wochenlangen Proteste der Studierenden in Lübeck gelohnt zu haben.
Doch wie kann Schavan im Zuge der Föderalismuspolitik und der Selbständigkeit der Länder in Sachen Bildungspolitik finanzielle Hilfe durchsetzen? Der Trick ist dieser: Die Entlastung des Bundeslandes Schleswig-Holstein erfolgt dadurch, dass das Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel von einem Leibnitz Institut in ein Helmholtz Institut überführt werden soll. Durch diese Maßnahme bekommt die Universität Kiel nun deutlich mehr Unterstützung vom Bund zugeschrieben. Das von der Landesregierung eingesparte Geld soll dann dem Medizinstudiengang der Lübecker Universität zu Gute kommen. Dass dieser geschickte Weg der Umfinanzierung nicht ganz rechtens ist, scheint die Landesregierung nicht zu stören. Doch andere Bundesländer mit Sparkurs könnten es ihnen nachmachen wollen, um finanzielle Unterstützung vom Bund zu erhalten. Anette Schavan betonte zwar, dass dies eine einmalige Sache war um die Lübecker Universität zu retten, wieviele Länder jedoch in Zukunft mit der Schließung von ihren Exzellenzuniversitäten drohen, um Zuschüsse zu erhalten, bleibt offen. Weitere Kritik an der schwarz-gelben Steuerpolitik unter spiegel.de.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Föderalismus, Lübeck, Medizinstudium.
– 28. Juli 2010
Die Diskussion um die Qualität des traditionellen Medizinstudiums gipfelt in einem neuen Lehrplan, den die Berliner Charité zu Beginn des neuen Wintersemesters einführen will. Bislang wird der Lehre vorgeworfen zu theorielastig zu sein und zu wenig auf die Arbeit mit den Patienten vorzubereiten. Weiterhin fehle dem Medizinstudium die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens.
Dies möchte Annette Grüters-Kieslich, die Dekanin der Berliner Charité, nun ändern. In ihrem neuen Modellstudiengang soll der alte Regelstudiengang mit dem neueren praxisorientierteren kleineren Reformstudiengang kombiniert werden und dadurch die kritisierten Elemente verbessert werden. So ist beispielsweise die klinische Phase traditionell erst ab dem fünften Semester in den Lehrplan integriert, an der Charité werden die Studenten bereits von Beginn an Kurse zur Diagnostik und Kommunikations- und Teamfähigkeit im Angebot haben. Neu ist weiterhin die Orientierung an Krankheiten und Organen, anstatt des bislang üblichen Abarbeitens der einzelnen Fachbereiche. Von der Kombination des theoretischen und klinischen Teils verspricht sich die Charité ein besseres Arzt-Patient Verhältnis, welches im ständig kritisierten Gesundheitssystem immer mehr an Bedeutung gewinnt. Diese sozialen Fähigkeiten werden auch in die Prüfungen integriert. Da sehr wenig Medizinstudenten eine Karriere in der Forschung anstreben und das wissenschaftliche Arbeiten bislang zu wenig gefördert wurde, sollen die neuen Studenten künftig in Arbeitsgruppen die Möglichkeit erhalten an Forschungsprojekten zu arbeiten.
Eine Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse sieht Frau Grüters-Kieslich nicht vor. Sie betonte zwar, dass die neue Strukturierung der Inhalte kompatibel wären, sieht jedoch in der Reformierung keinen Sinn, solange Bachelorabsolventen der Medizin keine Berufsperspektiven haben. So vorbildlich das neue Konzept auch sein mag, ein Problem wird es wohl doch geben. Und zwar werden auswärtige Studenten die in höhere Semester einsteigen wollen, Schwierigkeiten bei der Anpassung an den Lehrplan haben. Das Konzept der Charité Berlin ist zwar innovativ, jedoch nicht mehr vergleichbar. Weitere Informationen sind unter zeit.de zu finden.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Medizinstudium, Reformierung.
– 30. Juni 2010
Die schwarz-gelbe Regierung in Schleswig Holstein will die medizinische Fakultät der Universität Lübeck schließen. Jetzt wehren sich die betroffenden Studenten und fordern, dass die Entscheidung zurückgenommen wird. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen begründete die Sparmaßnahme damit, dass Schlesweig-Holstein angeblich zu viele Mediziner ausbilde. Entgegen dieser Begründung steht das Wort der Studenten, die diese Entscheidung im Zuge des Ärztemangels in Deutschland und des guten Rufes der Universität Lübeck keinesfalls verstehen können. Zeit Online sprach mit der Studentin Sophie Kollbeck, die seit drei Jahren Medizin in Lübeck studiert und im Fachschaftsrat der Fakultät aktiv ist.
Sie argumentiert, dass die Universitär Lübeck erfolgreich an der Exzellenzinitiative teilgenommen habe und das der Studiengang Vorbildfunktion hätte, da er bereits mehrmals beim CHE Hochschulranking sehr gut abgeschnitten habe. Weiterhin sei die Region führend in der Medizintechnik und man würde dieser Branche den Grundstein nehmen. Diese Entscheidung kann für die Region und die Universität Lübeck keine guten Folgen haben. Bereits einen Tag nach der spontanen Entscheidung der Landesregierung haben die Studenten erste Proteste organisiert. Sie erhalten viel Unterstützung seitens der Bürgerschaft, der Studenten, auch aus anderen Fachbereichen sowie des Lübecker Bürgermeisters und seitens der Mitarbeiter des Universitätsklinikums. So gingen neulich 14000 Menschen gegen die Schließung der medizinischen Fakultät auf die Strasse.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Medizinstudium, Protest, Sparmaßnahmen.
– 21. Juni 2010
Wer ein Einser Abitur absolviert hat, dem werden oft lernintensive Studiengänge wie Medizin oder Jura ans Herz gelegt. Spiegel Online sprach mit Nikolaus Korber, Sprecher des Auswahlgremiums des Cusanuswerks, des Begabtenförderungswerks der katholischen Kirche über Berufspläne und falsche Herangehensweisen.

© Dieter Schütz / PIXELIO
Korber bestätigt zwar einen Zusammenhang zwischen der Abiturnote und den Studienerfolgen, jedoch rät er den potenziellen Studenten, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und das Berufsbild aufgrund der Spitzenabiturnote zu wählen. Denn ein guter Abschluss bedeute beispielsweise im Bereich der Medizin noch nicht, dass man auch ein guter Arzt wird, so Korber. Anhand von Philipp Röslers Forderung die Zulassungsbeschränkungen für das Medizinstudium leichter zu machen ist ebenfalls ersichtlich, dass diese Prognosefähigkeit Lücken aufweist. Korber kritisiert zudem, dass der Druck der auf den Schultern von angehenden Einser Studenten liegt, durch die mangelnden Auswahlgespräche an den Universitäten nicht gemindert, sondern verstärkt wird. Wenn lediglich die Abschlussnote zur Immatrikulation ausschlaggebend ist, dann ist dies die einzige Orientierung für Abiturienten. Dies impliziere, dass Studiengänge mit einem hohen Numerus Clausus ein anderes Potenzial erfordern als nicht zulassungsbeschränkte Studien. Dem wiederspricht Korber vehement. Er plädiert dafür das Abitur als Null Punkt zu sehen, von dem ab alles möglich sein sollte um kein biografisches Unheil anzurichten und einem falschen Begabungskult hinterherzurennen. Denn entscheidende Kompetenzen lassen sich während der Schulzeit einfach nicht herausfiltern.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Abiturnote, Studienwahl.
– 14. Juni 2010
Die Landesregierung Schleswig-Holsteins hat ein Sparpaket veröffentlicht, in dem es heißt, dass die Wirtschaftswissenschaften der Universität Flensburg sowie die medizinische Fakultät der Universität Lübeck abgeschafft werden sollen. Im Rahmen der Haushaltsstrukturkommission versucht das Land seine jährlichen Ausgaben zu minimieren. Mit dieser Entscheidung, die Ende diesen Jahres im Landtag endgültig beschlossen werden soll, wären zwei der drei Universitäten des Bundeslandes faktisch ihren Status als Universität los.
Diese Entscheidung löste verständlicherweise einige Proteste aus. Besonders die Schließung der medizinischen Fakultät stößt auf Unverständnis. So versammelten sich in Lübeck hunderte Studenten zu einer spontanen Kundgebung und die Bürger der Stadt kündigten eine Sondersitzung im Kieler Landeshaus an. Der Präsident der Lübecker Universität, Peter Dominiak, bezeichnete die Entscheidung als nicht nachvollziehbar, da das Land alles daran setze, den bevorstehenden Ärztemangel zu unterstützen. Ausserdem sei der wirtschaftliche Schaden immens, da sich im Umfeld der medizinischen Fakultät etliche Medizintechnikbetriebe angesiedelt hätten, denen dann die Grundlage fehle. Diese hätten einen starken Einfluss auf die Gewerbesteuer, so Dominiak.
Der Wissenschaftsminister der CDU, Jost de Jager, verteidigte hingegen die Sparpläne. Wenn nicht an zwei einzelnen Strukturen angesetzt werden würde, dann müsse man an allen Hochschulen des Landes kürzen. Ausserdem sei dies für die Universität Kiel nicht förderlich, da man hoffe, dass diese bei der Exzellenzinitiative punkten kann. Auf die Vorwürfe, das ausgerechnet die medizinische Fakultät die innerhalb Deutschlands einen exzellenten Ruf genieße, geschlossen werden solle, rechtfertigt sich Jager damit, dass sie trotz der qualitativen Ausbildung einfach nicht länger finanzierbei sei. Weitere Informationen unter zeit.de.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Bildungswesen, Sparmaßnahmen.
– 3. Juni 2010
In Tübingen fand vor ein paar Tagen ein Symposium zur “Zukunft der Medizinerausbildung” statt. Unter dem Namen “Medizin2.0″ hat die Universität Tübingen gemeinsam mit dem Medizinverlag Thieme und dem Centrum für Hochschulentwicklung über 200 ehrenwürdige Gäste geladen um über die Reformbemühungen des Medizinstudiums zu debattieren. Unter ihnen waren beispielsweise der Vizepräsident der Bundesärztekammer Frank-Ulrich Montgomery sowie die Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Anette Widmann-Mauz von der CDU.
Zentrale Fragen waren die technische Weiterentwicklungen und ihre Integration in die Ausbildung sowie die Verbesserung der Lehre und der Didaktik, so der Professor Stephan Zipfel, Prodekan Lehre der Medizinischen Fakultät der eingeladenden Eberhard Karls Universität. An den 34 deutschen Standorten der medizinischen Fakultäten sollen Praxisanteile verstärkt fall- und problembasiert behandelt werden und durch den Einsatz von Technologien und Medien sinnvoll vermittelt werden. Weiterhin wurden 70 sogenannte “Leuchtturmprojekte” vorgestellt. Das sind inovative Ideen der Hochschulen um ihre eigene Lehre zu verbessern und die Bewertungen seitens der Studenten zu erhöhen. In Tübingen wird beispielsweise gerade ein DocLab gebaut, welches den Studierenden ermöglichen soll ihre Fertigkeiten mithilfe neuester Techniken an künstlichen Körperteilen zu üben. In einigen Kursen üben die Studenten bereits an künstlichen Körperteilen oder probieren Nähtechniken mit Schweinehäuten. Diese Art der praktischen Lehre wird sich wohl immer mehr durchsetzen. Weitere Informationen unter welt.de.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Medizinstudium, Praxis.
– 27. Mai 2010
Der US-amerikanische Zellbiologie-Forscher Charles Dinarello erhielt den begehrten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis. Diese Medizin Auszeichnung ist mit 100.000 Euro dotiert und geht auf die beiden Nobelpreisträger Paul Ehrlich sowie dem Chemiker und Wissenschaftshistoriker Ludwig Darmstaedter zurück. Dieser Preis wird jährlich am Geburtstag Paul Ehrlichs am 14.März vergeben und kürt Wissenschaftler, die sich in den Bereichen Immunologie, Krebsforschung, Mikrobiologie und Chemotherapie einsetzen.
Charles Dinarello gilt als Gründungsvater der Zytokinbiologie und seine Erkenntnisse in der Zellbiologie haben die moderne Medizin vorrangetrieben. Die Juroren schwärmten, dass es ohne die Grundlagenarbeit von Dinarello heute viele Medikamente nicht gäbe. Der Nachwuchspreis, der mit 60.000 Euro dotiert war, ging an die deutsch-spanische Wissenschaftlerin Amparo Acker-Palmer. Sie hat Botenstoffe untersucht, die bei Zellen eine wichtige Rolle spielen. Beide gaben sich in ihren Dankesreden bescheiden und betonten den Wert des menschlichen Lebens. Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis gilt als einer der renommiertesten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Medizin. Weitere Informationen unter zeit.de.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Medizin, Preis.
– 20. Mai 2010
Der Medizinische Falutätentag (MFT) hatte zum Bologna Symposium an den Charitéplatz in Berlin Mitte geladen um nochmals seine Stellung zur Bologna Reform zu verdeutlichen. Die Veranstalter des Symposiums verkörpern die Antithese zu den Reformern und werfen ihre Argumente an das Publikum welches aus Ärzten, Medizinprofessoren und Klimamanagern besteht. Ihre Standhaftigkeit bekamen die Funktionäre vom MFT in letzter Zeit auch vom liberalen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, der mehrfach betonte, das eine Neugestaltung des Medizinstudiums nicht in Frage komme, da die Qualität der Ausbildung für sich spreche. So gebe es in keinem anderen Studienfach so wenig Abbrecher und die Auslandsquote sei ebenfalls höher als in vielen anderen Studiengängen, sagt MFT-Generalsekretär Volker Hildebrandt. Dies seien alles Kriterien, die die Bologna Reform zum Ziel hätte. Hinzu kommt, dass über 90 Prozent der Medizin Absolventen als Arzt arbeiten wollen und ein Bachelor Abschluss dahingehend unnütz wäre, da dieser dafür nicht ausreichend wäre.
Selbst Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die sonst jede Kritik gegenüber der Bologna Reform zu nichte schlägt und sich für einen frischen Wind in der Hochschulausbildung einsetzt, äußerte sich verhalten. Sie betonte, dass es nicht Ziel sei, den Medizinern die Bologna Reform um jeden Preis aufzuzwingen. Auch wenn sie damit ein indirektes Plädoyer für die Reform halten wollte, so erntete sie nach ihrem Plädoyer doch Applaus, da ihr Statement als Rückzug verstanden wurde. Die MFT wird sich wohl weiter durchsetzen. Zusätzliche Informationen sind unter zeit.de. zu finden.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Bologna Reform, Medizinstudium.
– 17. Mai 2010
An der Universität Münster können Medizinstudenten jetzt praktisch ihr Wissen anwenden. Im neuen Studienhospital simulieren neurdings Schauspieler Krankheitsbilder, damit die Studenten ihr theoretischen Wissen erproben und anwenden können. Für diese Übungen werden die Studenten von einem begleiteten Arzt auf die Probe gestellt und hinter einer Glasscheine sitzen eine Psychologin und Kommilitonen die die Anamnese, die Patientenbefragung, beobachten und anschließend gemeinsam auswerten. Damit der übende Medizinstudent auch sich selbst bewerten kann werden diese Übungen auf Video aufgezeichnet. Um das Ganze authentisch wirken zu lassen, sind die Räumlichkeiten einem typischen Krankenhauszimmer nachempfunden worden.
Mit den simulierenden Schauspielern sollen Studenten die Angst vor der Praxis und den “echten” Patienten verlieren, sagt der Leiter des Studienhospitals in Münster Dr. Friedrichs. Weiterhin lernen die Studenten im Gesprächsverhalten Sicherheit zu gewinnen. Da die Umgebung realistisch gestaltet ist und die Schauspieler ihr Bestes geben um einen authentisch Kranken zu simulieren, blenden die Studenten die Übungssituation sowie die Kamera ganz schnell aus und konzentrieren sich auf ihre Rolle als angehender Arzt. Es wird mit Absicht mit Schauspielern geübt, da der Fokus primär auf dem Kommunikationsaspekt liege, erklärt Dr. Friedrichs in einem Interview mit jetzt.de. Echte Patienten sind oft selbst eingeschüchtert wenn ein Arzt vor Ihnen steht. Die Schauspieler hingegen sind besonders gut geschult und stellen sich dahingehend besser auf das Arzt-Patient Gespräch ein. So wird zum Beispiel auch auf Sprachbarrieren eingegangen, die ein Migrant haben könnte oder seine besonderen religiösen Erwartungen an den behandelnden Arzt. In den anschließenden Feedbackrunden werden die einzelnen Gespräche und Kommunikationsaspekte wie Körperkontakt und Augenhöhe ausgewertet und nach Verbesserungsvorschlägen gesucht. Diese Übungen werden in Münster ab dem dritten Studienjahr eingeführt wenn die Studenten ein grundlegendes Fachwissen vorweisen können.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Lehre, Medizinstudium.
– 7. Mai 2010
Dass sich jedes Jahr mehrere tausend Studenten ins Medizinstudium einklagen ist bekannt. Dass sie nach vier Semestern wieder gehen müssen ist hingegen neu. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist dies jetzt passiert. Insgesamt 32 Studenten bekamen Post, dass sie ihr Studium wieder abrechen müssen. Diese 32 Studenten haben sich vor zwei Jahren eingeklagt mit der Begründung das die MHH eigentlich noch genug Platz und Personal hätte um zusätzlich zu den 270 regulär zugelassenen Studenten noch weitere aufzunehmen. Deren Zulassung war jedoch nur vorläufig, nämlich bis zum festen Urteil, welches jetzt folgte. Ein Grund warum erstmalig eingeklagte Studenten wieder gehen müssen, könnte der Modellstudiengang der MHH sein, der zwar wie alle anderen Medizinprogramme NC-beschränkt war, jedoch außerordentlichen Wert auf die Lehre am Patienten abzielt.
Das Urteil löst jede Menge Diskussionspotenzial an den Universitäten und in den Medien aus. Die medizinischen Fakultäten fühlen sich unterstützt, wohingegen Studenten im Allgemeinen mehr Verbesserungen in der Studiengangsaufnahme fordern, um solchen Probleme zu umgehen. Denn leider begünstigt das Einklagen nur diejenige die sich den teuren Rechtsweg leisten können, ob sie für das Studium mehr oder weniger qualifiziert sind, ist im Falle der aktuellen Debatte weniger relevant, da sie im straff organisierten Medizinstudium die gleichen Leistungen erbringen müssen wie “normal” aufgenommen Studienanfänger.
Abgelegt unter Allgemein.
Tagged mit Medizinstudium, Studienplatzklage.
– 3. Mai 2010